Das Labyrinth

Image by Patrick Tomasso

Jeden Tag hören oder lesen wir Sachen wie: «Nach Grenzöffnung der Türkei: Tausende Flüchtlinge harren vor Griechischer Grenze aus (SRF, 01.03.20)», «Streit im Südchinesischen Meer: «Ein Krieg zwischen den USA und China ist nicht ausgeschlossen» (SRF, 16.05.20), Hass und Hetze: Polens Kreuzzug gegen die LGBT-Szene (SRF, 17.09.19) oder «Klimawandel: Unsere Wälder verdursten langsam (SRF, 25.04.20).


Diese Auflistung von Schlagzeilen liesse sich noch beliebig weiterführen um viele weitere Komponenten. Das alles wirft kein besonders gutes Licht auf unsere Gesellschaft. Doch warum passieren all diese Dinge? Liegt es schlicht und einfach an unserer Gesellschaft? Haben wir uns so darin verloren, in der Abschottung eines Landes gegen andere, im Egoismus, möglichst viel zu verdienen, um dann damit zu protzen? Braucht es diese ganzen Kriege wirklich, nur damit gewisse Andere davon profitieren? Darf man dem Profit zu liebe mit Menschenleben und dem Wohl der Natur spielen? Woher kommt all der Hass? Liegt es an unserem System? Ein System, in dem wir uns immer mehr verflechten und verirren? In einem System, in dem wir uns mit ausgefahrenen Ellbogen vorwärts kämpfen, nur um besser oder schneller zu sein? Wo liegt da der Sinn, wenn wir damit alle Mitmenschen und unsere ganze Welt mit in den Abgrund reissen?


Genau diese Fragen beginnt sich Emilia zu stellen, als sich auf einmal eine innere Stimme zu Wort meldet, dass die Gesellschaft ein Labyrinth ist, in dem wir uns immer weiter verirren und keinen Ausweg finden. Emilia wusste bis anhin nicht einmal, dass sie eine solche Stimme in sich trägt und auf einmal ist sie da und beginnt damit, ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen. Die bisher sehr gute Schülerin beginnt daran zu zweifeln, warum man denn überhaupt studieren soll, nur um wieder dem System zu helfen. Sie beginnt in Frage zu stellen, ob ihre Liebesbeziehung zu Aaron wirklich die einzige normale und mögliche Art ist, zu lieben. Als dann auch noch die rebellische Jess auftaucht und Emilias Gedanken und Ideen zu bestätigen und zu unterstützen beginnt, weiss Emilia nicht mehr, wie sie sich verhalten soll, was richtig und was falsch ist und vor allem stellt sie sich die Frage, wie man dem System, dem Labyrinth, entkommen kann. Kein Wunder, beginnt sie sich immer mehr mit ihren bisherigen Freunden zu zerstreiten, weil sie nicht der gleichen Meinung sind. Wieso bemerken die anderen das Gesellschafts-Labyrinth nicht? «Bin ich die einzige, die es sehen kann?»


Diese ganzen Fragen reissen Emilia immer tiefer in eine Spirale aus Enttäuschung, Wut und (Selbst-)Zweifel. «Überall Muure und Wege, wo immer komplizierter werde, sich immer me i sich verlüre, sich verschränke, überchreuze. So wit si mer i üsere Gesellschaft cho, was isch der Sinn vo dem allem? WAS!?» (Emilia)